08. Juli 2025

Von den Dinosauriern über die Kelten und Römer bis zur Neuzeit: Wir unternehmen eine spannende Entdeckungsreise durch die Geschichte unserer Umgebung. Kommen Sie mit!
Dinos beherrschen die Erde, Ichtyosaurier und andere Meeresbewohner tummeln sich in einem flachen tropischen Meer. Wir befinden uns in der Zeit des Jura vor 200 bis 135 Millionen Jahren. Die Fossilien haben sich im Posidonienschiefer bis heute erhalten. Auch Skelette von Flugsauriern, die am Meer nach Nahrung suchten, wurden entdeckt. Besonders schöne Funde sind im Urwelt-Museum Hauff ausgestellt: Ein vier Meter langer Ichthyosaurier samt Jungtier und die weltgrößte präparierte Seelilienkolonie locken Besucher aus ganz Deutschland nach Holzmaden. Wer selber auf die Suche gehen will, ist im Steinbruch Kromer im Nachbarort Ohmden richtig. Dort können Hobby-Forscher gegen einen kleinen Obolus mit Hammer und Meißel Versteinerungen freilegen. Häufig zu finden und auch für Laien sofort zu erkennen sind die Ammoniten. Die Kopffüßer aus der Familie der Tintenfische lebten in schneckenähnlichen Gehäusen.
Wer traut sich in den Vulkanschlot? Ganz einfach geht das auf der Schwäbischen Alb. Vor rund 17 Millionen Jahren war dort der Schwäbische Vulkan aktiv. Bei Ochsenwang (Bissingen an der Teck) im Randecker Maar kann man heute am Rand eines Kraters entlangwandern. Von der oberen Kante aus hat man einen schönen Blick aufs Albvorland und die Limburg, den Hausberg von Weilheim an der Teck. Ganz in der Nähe, ebenfalls auf einem Vulkanschlot entstanden, liegt das Schopflocher Moor. Das einzige größere Hochmoor der Schwäbischen Alb kann man auf Holzbohlen durchqueren. Wer mehr zur Entstehung wissen will, besucht das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb.
Wir machen einen großen Sprung in der Erdgeschichte und reisen zu den Kelten. Auf den Höhen südlich der Enz findet ein prunkvolles Begräbnis statt. In einer großen Holzkammer wird ein Mann bestattet, dessen Reichtum und Geltung sich an den glanzvollen Grabbeigaben zeigt. Bald erhebt sich ein mächtiger, weithin sichtbarer Hügel über seiner Grabstätte. 2.500 Jahre später wird das Grab wiederentdeckt – es ist über Jahrhunderte unangetastet geblieben!
1991 wird an der Stelle das Keltenmuseum eröffnet. Die Originalfunde sind heute im Landesmuseum in Stuttgart ausgestellt, in Hochdorf kann die nachgebaute Grabkammer mit Prunkwagen und Totenliege bestaunt werden. Außerdem erfährt man viel über den Alltag der Menschen der damaligen Zeit und über die Arbeit von Archäologen. Einen kurzen Spaziergang entfernt vom Museum wurde auch der Grabhügel wieder aufgeschüttet.

Stillgestanden! Wer ein römischer Legionär sein will, muss gut aufpassen und die Anweisungen seines Chefs befolgen. Bei den Erlebnisführungen im römischen Ostkastell in Welzheim lässt sich gut nachvollziehen, wie der Alltag der hier stationierten Soldaten aussah. 200 Mann stark war die Besatzung, die hier den Limes, also die Grenze des römischen Reichs, bewachte. Auch außerhalb der Führungen ist das Ostkastell frei zugänglich, die Geschichte wird auf Schautafeln erklärt. In der Südwestecke ist einer der Brunnen zu sehen, aus denen Archäologen einzigartige Schätze geborgen haben: unter anderem Dutzende Sandalen.
Von Mai bis Oktober bieten die Limes-Cicerones jeden Sonn- und Feiertag von 11 bis 16 Uhr bei ihrer Kastellwache einen Einblick ins römische Leben. Öffentliche Führungen gibt es jeden ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr.
Wie lebten die Menschen vor 100 oder vor 200 Jahren? Einen lebendigen Eindruck davon bekommt man im Freilichtmuseum in Beuren. 25 Originalgebäude aus dem Neckarraum und der Schwäbischen Alb wurden hier in einem Museumsdorf wiederaufgebaut – vom einfachen Tagelöhnerhaus über Schafstall und Backhaus bis hin zum großen Bauernhof. Handwerk aus alten Zeiten wird im Weberhaus, in der Schreinerei oder im Fotoatelier gezeigt. Natürlich dürfen Tiere nicht fehlen: Ziegen, Schafe, Kaninchen, Hühner und Weinbergschnecken zählen zu den Bewohnern. Einkaufen wie früher kann man im Tante-Helene-Laden. Eine neue Attraktion seit dieser Saison ist der große Dorf-Spielplatz.

Bei den Kostümführungen in Esslingen wird Geschichte lebendig, ob mit dem Nachtwächter, der Weingärtnerfrau, dem Hauptmann der Stadtwache oder Putzfrau Erna.