11. März 2025

Anfang 2023 bezogen die Stadtwerke Esslingen ihren neuen Unternehmenssitz in der Fritz-Müller-Straße. Die Bilanz nach zwei Jahren fällt positiv aus.
„Wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagt Geschäftsführer Jörg Zou. Der Neubau bot die Chance, Räumlichkeiten neu zu organisieren und besser an die betrieblichen Abläufe anzupassen. Mitarbeitende der Technik, der Energiedienstleistung, der Personalabteilung, des kaufmännischen Service und des Vertriebs der SWE können sich erfolgreich vernetzen, Projekte verzahnen und noch besser als früher Hand in Hand arbeiten. „Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können wir damit hervorragende Arbeitsbedingungen bieten.“
Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes in der Fritz-Müller-Straße 60 sind das SWE-Kundencenter und Räume für die Kundenberatung untergebracht. Auch Besprechungszimmer mit Namen wie „Postmichel“ oder „Schelztor“ sind vom offenen Foyer aus zu erreichen. „Im Hauptgebäude und in den Nebengebäuden gibt es für die rund 180 im Bereich Energieversorgung tätigen SWE-Mitarbeitenden sowohl offene Arbeitsbereiche für Teams als auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen“, berichtet Jürgen Knecht, Leiter der Personalabteilung.
„Ins Gespräch kommen die Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Fachbereichen auch in offenen und geschlossenen Besprechungs- oder Kreativräumen, je nach Bedarf“, erläutert Knecht. Mobil arbeitende Kolleginnen und Kollegen könnten dank der technischen Ausstattung in Besprechungen einbezogen werden. „Schränke gibt es übrigens viel weniger als früher – zahlreiche Prozesse sind heute digitalisiert, Aktenberge gehören der Vergangenheit an“, so Jörg Zou.
Mittags kann sich die SWE-Belegschaft im Casino stärken. Das Casino wird auch für Veranstaltungen genutzt. Auf der Terrasse blickt man ins Grüne und auf einen Solarweg, dessen Einsatzmöglichkeiten die SWE vor Ort testen. Das Unternehmensgelände grenzt auf einer Seite an den Hainbach, der Neckar ist nur wenige Schritte entfernt.
„Von der Lage her ist der Unternehmenssitz gut zu erreichen, sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Fahrrad oder dem eigenen Pkw“, erklärt Personalleiter Jürgen Knecht. Das Parkhaus, das von einer benachbarten Firma mitgenutzt wird, ist wie die Dächer von Rohrlager und Hochregallager mit Photovoltaik-Modulen bestückt. Diese erzeugen schon seit dem ersten Sommer ökologischen Strom, der in den Gebäuden und zum Aufladen von E-Fahrzeugen genutzt wird. Besucherinnen und Besucher können ihr Fahrzeug an einer öffentlichen Ladesäule auf dem Kundenparkplatz laden. Zusätzlich wird im Sommer Strom ins öffentliche Netz eingespeist, denn insgesamt erzeugt die PV-Anlage mehr Strom als die SWE selbst verbrauchen. Teilweise sind die Dächer begrünt.
Die PV-Anlage ist nicht der einzige ökologische Vorteil des Neubaus. „Die Gebäude wurden nach dem anspruchsvollen Effizienzhaus-Standard 40 gebaut und verbrauchen deshalb wenig Energie“, sagt SWE-Geschäftsführer Jörg Zou. Die noch benötigte Wärme beziehen die SWE aus der direkt am Gebäude verlaufenden Fernwärmeleitung – und das auch noch besonders effizient. Neben dem Vorlauf wird auch der Rücklauf, also die Restwärme im Fernwärmenetz, genutzt. Dank der guten Dämmung und einer modernen Fußbodenheizung reichen diese niedrigeren Temperaturen zum Heizen aus. Im Sommer werden die Räume mit Fernwärme auch gekühlt. „Ab ca. 2040, eventuell sogar früher, ist unser Gebäude sogar klimapositiv“, berichtet SWE-Geschäftsführer Jörg Zou. „Dann spart das Gebäude mehr CO2 ein als durch den Betrieb verursacht wird.“
Grund für den Umzug vor zwei Jahren war die städtebauliche Umgestaltung der Esslinger Weststadt. Einige Bereiche, zum Beispiel das Hengstenberg-Areal oder die Neue Weststadt auf dem ehemaligen Güterbahnhofs-Areal, sind in den letzten Jahren bereits neu bebaut worden. Die Hochschule wird voraussichtlich zum Sommersemester 2026 ihren neuen Campus in Betrieb nehmen. Im nächsten Schritt soll auch das Gebiet rund um den früheren Schlachthof und das frühere SWE-Gelände neu entwickelt werden. Für die Stadt Esslingen ist dies eine große Chance, ein modernes neues Stadtviertel und damit Wohnraum zu schaffen. Lager- und Werkstattgebäude auf dem alten Areal sind bereits abgerissen, so dass die Stadt Esslingen die Flächen übernehmen kann. Die SWE-Erdgastankstelle bleibt vorerst am bisherigen Standort.
Die Photovoltaikanlage auf dem ehemaligen Unternehmensgebäude hat übrigens eine neue Nutzung gefunden. In einem Workshop wurden aus den knapp 20 Jahre alten Modulen Stecker-Solarkraftwerke für den Balkon. Der Workshop im Kulturzentrum Dieselstraße wurde von der Klimaschutzagentur des Landkreises Esslingen und den Repair-Cafés Esslingen und Beuren organisiert. 17 Balkonkraftwerke mit einer Leistung von knapp 8 kWp sind bereits fertig, weitere Termine sind geplant.