04. März 2025

Wenn es um die Energiewende geht, denken viele Menschen zuerst an die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien. Doch mindestens genauso wichtig ist die Umstellung bei der Wärmeerzeugung. Die Stadtwerke Esslingen treiben die Wärmewende in der Region voran.
Warum ist das Thema Wärmewende überhaupt so wichtig? Ganz einfach: Weil fast 50 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland durch die Erzeugung von Raumwärme, Prozesswärme (zum Beispiel in der Industrie) und Warmwasser entstehen. Betrachtet man nur die privaten Haushalte, werden sogar zwei Drittel der Endenergie allein für Raumwärme verbraucht. Und diese Wärme wird nach wie vor zum größten Teil mit fossilen Energien erzeugt. Rund 75 Prozent der Wohnungen in Deutschland werden mit Öl oder Gas beheizt. Fast 20 Prozent aller CO2-Emissionen entstehen durch das Heizen von Gebäuden.
Was ist also zu tun? Zum einen muss der Energieverbrauch von Gebäuden gesenkt werden. Neubauten haben einen deutlich besseren Dämmstandard als ältere Gebäude – der Unterschied im Energieverbrauch ist enorm. Laut der Beratungsgesellschaft co2online verliert ein Altbau bis zu 35 Prozent Wärme über ungedämmte Außenwände, bis zu 20 Prozent über ein nicht gedämmtes Dach. Eine ungedämmte Kellerdecke verliert noch einmal 5 bis 10 Prozent an Energie. Mit Sanierungen kann der Verbrauch auch in Altbauten deutlich gesenkt werden. Hier sind die privaten Gebäudeeigentümer und Wohnungsbauunternehmen gefragt.
Zum anderen muss die noch benötigte Wärme nachhaltig erzeugt werden. Jede vierte Heizung in Deutschland ist mehr als 25 Jahre alt. Hier liegt ein großes Potenzial, auf umweltfreundliche Heizungen umzusteigen. Die Wärmeversorgung wird gleichzeitig krisensicherer, wenn sie nicht mehr von fossilen Brennstoffen abhängt.
Die Bundesregierung hat sich als Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2045 auf Null zu senken. Die Stadt Esslingen will bereits im Jahr 2040 klimaneutral sein. Dafür hat die Stadt eine kommunale Wärmeplanung aufgesetzt. Ein wesentlicher Baustein ist dabei der Ausbau der Wärmenetze. Die Stadtwerke Esslingen versorgen bereits jetzt Wohn- und Gewerbegebiete mit Wärme aus der Leitung, entweder aus dem Fernwärmenetz entlang des Neckars oder – in höher gelegenen Stadtteilen – über eigene Heizzentralen. Bis 2040 sollen 40 Prozent der Haushalte mit nachhaltiger Wärme versorgt werden. Dazu wird das Netz seit einigen Jahren intensiv ausgebaut. Auch die Nachverdichtung in bestehenden Wärmenetzen wird vorangetrieben.
Wann genau die Wärme in Ausbaugebieten aus der Leitung kommt, hängt von mehreren Faktoren ab: neben den erforderlichen Genehmigungen und den Kapazitäten der Bauunternehmen vor allem von der Nachfrage der Eigentümerinnen und Eigentümer vor Ort. Die Stadtwerke Esslingen gehen deshalb aktiv auf Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer zu und bieten mit dem CleverWärme-Paket einen günstigen Fernwärme-Hausanschluss. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Kundinnen und Kunden mit hohen Zuschüssen rechnen.
Wo die SWE kurz- und mittelfristig Wärme-Entwicklungsprojekte planen, können Interessierte auf www.swe.de/waerme transparent sehen. Verbraucherinnen und Verbraucher können hier ihre Adresse eingeben und die Verfügbarkeit von Fernwärme prüfen. Mit einem Anschluss an eines der Wärmenetze werden alle gesetzlichen Anforderungen beim Heizungstausch erfüllt.
Auch in der Region sind die Stadtwerke Esslingen übrigens aktiv. Schon seit vielen Jahren versorgen die SWE den Ostfilderner Stadtteil Scharnhauser Park mit Wärme aus einem Holzheizkraftwerk. Kleinere Nahwärmenetze werden in der gesamten Region in Zusammenarbeit mit Wohnungsbauunternehmen aufgebaut. Aktuell ist außerdem geplant, in der Gemeinde Wendlingen ein nachhaltiges Wärmenetz aufzubauen.
Auf der Internet-Seite der SWE finden Interessierte alles zum Thema Wärme, Wärmenetze, Hausanschlüsse und Kosten: www.swe.de/waerme