09. Januar 2025

Die Kraft der Sonne ist unerschöpflich. Dennoch werden nur wenige Prozent des weltweiten Strombedarfs mit Solarenergie erzeugt. In Deutschland sind es aktuell immerhin rund 14 Prozent.
Photovoltaik wird weltweit intensiv ausgebaut. In Ländern mit viel Sonne entstehen teils riesige Solarparks. In Deutschland stammte im ersten Halbjahr rund 60 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen – das ist ein neuer Rekord. Die höchsten Zubauraten sind dabei bei Photovoltaik zu verzeichnen. Dennoch ist der Anteil weltweit bisher überschaubar. Auch in Deutschland ist noch viel Luft nach oben.
Im aktuellen Strommix (bezogen auf das erste Halbjahr 2024, Zahlen des Statistischen Bundesamts) war mit 33,3 % die Windkraft der mit Abstand wichtigste Energieträger. Es folgen Kohle mit 20,9 % und Erdgas mit 14,6 %. Photovoltaik kommt mit 13,9 % der Gesamtstrommenge an vierter Stelle. Biogas lieferte im Strommix 6,4 %, Wasserkraft 5 %.
Wie sieht es in anderen Ländern aus? Weltweit gesehen ist die installierte Photovoltaikleistung in China am größten. Es folgen die USA, Indien, Japan und auf Platz 5 Deutschland. Das sonnenreiche Spanien folgt auf Platz 6.
Anders sieht das Ranking aus, wenn man danach fragt, in welchen Ländern der Anteil von Photovoltaik am Strommix am größten ist. Laut einer Studie des Energieunternehmens Enpal wird die Energie der Sonne in Chile und Australien am meisten genutzt, doch auch hier liegt der Anteil bei überschaubaren rund 15 Prozent. Den höchsten Wert in Europa weist mit knapp 15 Prozent übrigens die Niederlande auf (Daten von 2022). Der in absoluten Zahlen größte Produzent China kommt auf einen Anteil von gerade mal fünf Prozent. Daten von 2020 sprechen der Solarenergie einen Anteil von nur zwei Prozent am weltweiten Strombedarf zu – allerdings mit hohen Steigerungsraten.
Zum Potenzial von Solarenergie gibt es einige interessante Hochrechnungen und Untersuchungen. Wikipedia beruft sich auf einen Text des Energieexperten Volker Quaschning aus dem Jahr 2018: Demnach wäre es sogar möglich, den deutschen Strombedarf rein mengenbezogen mehrfach über Photovoltaik zu decken. Dies würde aber wegen der jahreszeitlichen Ertragsschwankungen nur mit sehr großen und teuren Speichern gelingen oder durch bewusste Überdimensionierung mit Abregelung.
Die Internet-Seite PV Magazine beruft sich auf den Artikel „Solar Photovoltaics is ready to power a sustainable future“ einer Forschungsgruppe unter der Leitung der Universität Aarhus (Dänemark) aus dem Jahr 2023: Demnach könnte der weltweite Strombedarf auf nur 0,3 Prozent der Landfläche gedeckt werden. Ihr Fazit: Die Verfügbarkeit von Fläche stellt keine Begrenzung dar.
Klar ist natürlich, dass es auch in Zukunft immer einen Energiemix geben wird. Nichtsdestotrotz wird Photovoltaik weltweit gesehen eine immer größere Rolle spielen.
Das Potenzial dafür ist da. Photovoltaikmodule sind in den letzten Jahren immer günstiger und leistungsfähiger geworden. Das macht Photovoltaik sehr attraktiv – für Privatpersonen genauso wie für größere Projekte und neue Anwendungen. Dazu zählen zum Beispiel Agri-PV, also Anlagen über Agrarflächen, oder PV-Anlagen auf Gewässern. Auch Flächen an Autobahnen oder Bahnstrecken eignen sich für Solarparks.
Zukunftsweisend sind stromerzeugende Fassaden, oder Wege und Straßen mit Solarbausteinen. Die Stadtwerke Esslingen (SWE) testen auf ihrem Gelände zum Beispiel gerade einen Solarweg. Auch für die Nutzung von Agri-PV in der Region Esslingen gibt es Pläne. Parkplätze, die mit PV-Modulen überdacht werden, bieten ein weiteres Potenzial.
Entscheidend sind bei alldem auch die Speichermöglichkeiten: Hier können Elektrofahrzeuge eine große Rolle spielen. Dazu braucht es intelligente Netze und Steuerung.