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29. Oktober 2024

Im Holzheizkraftwerk läuft es rund

Holzkeizkraftwerk

Der Winter kann kommen: Wie jedes Jahr wurde das Holzheizkraftwerk im Scharnhauser Park (HKS) über den Sommer einer gründlichen Revision unterzogen. Rund 8.000 Einwohner des Stadtteils werden mit der umweltfreundlichen Wärme aus erneuerbaren Energien versorgt.

Ein großer Greifarm fasst in den Haufen aus Grüngut und Häckselabfällen und hebt eine Ladung davon auf eine Schieberanlage. Von dort wandert das brennbare Material in den Kessel, wo es verfeuert wird. Die so entstehende Hitze wird in mehreren Schritten auf Silikonöl übertragen, welches bei 300 Grad mit hohem Druck verdampft. Der Dampf treibt eine Turbine an, die Strom erzeugt. Außerdem wird das Wasser in den Nahwärmeleitungen erhitzt – diese transportieren die Wärme schließlich in die Häuser.

Damit dies alles reibungslos funktioniert, werden jedes Jahr im Juli sämtliche Anlagenteile überprüft, Kessel und Erhitzer gereinigt und manches erneuert und modernisiert. Die Holzfeuerungsanlage wird dafür heruntergefahren. Natürlich brauchen die Bewohner im Scharnhauser Park trotzdem Wärme, damit sie nicht kalt duschen müssen. Dafür sorgen dann während der Wartungsarbeiten zwei Gaskessel. „Wir machen die Revision immer im Sommer. So kommt es zu keinen Einschränkungen“, so Teamleiter Vincenzo Valente.

Die Inspektion des Kesselinneren ist dabei eine der größten Maßnahmen. Auch sämtliche Schub- und Fördereinrichtungen werden überprüft und wenn nötig repariert. Wichtig ist die Messung der Wandstärken von Leitungen und Schubböden - dazu gibt es ein spezielles Gerät. Ist die Abnutzung zu groß, werden Teile verstärkt oder ersetzt.

Innenraum Holzheizkraftwerk

Revisionsarbeiten am Kessel des Holzheizkraftwerks

Alle zwei Jahre muss der Kamin gereinigt werden. Dafür wurde im Juli extra ein Kran aufgestellt, der die Reinigungsmaschine von oben in den Schlot einführte.

Größere Reparaturarbeiten waren beim sogenannten Multizyklon notwendig. „Damit werden die Rauchgase gereinigt“, erklärt der Experte. „Das funktioniert wie ein großer Staubsauger. Die Staubpartikel werden am Ende in einem Sack aufgefangen.“

Dieses Jahr stand außerdem die Sicherheitskettenprüfung des TÜV an. Dabei wird überprüft, ob im Falle eines Nicht-Normbetriebs alle Sicherheitsvorkehrungen funktionieren – von der Temperaturregelung bis zur Druckbegrenzung. „Dank unseres guten Teams hat alles reibungslos funktioniert.“

Parallel zu den regulären Wartungsarbeiten läuft aktuell ein Pilotprojekt mit der Universität Stuttgart. Dabei geht es darum, die Rauchgasreinigung noch besser und effizienter zu machen.

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